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CO₂-Sanktionszahlungen: Schweizer Autobranche blutet besonders stark

In der Schweiz und der EU müssen Autohersteller Strafzahlungen leisten, wenn ihre Fahrzeuge CO₂-Grenzwerte überschreiten, doch in der Schweiz fallen diese deutlich höher aus als in der EU – trotz des viel kleineren Automarkts – was auf ein überzogenes Vorgehen der Behörden hindeutet; das S ...

CO₂-Sanktionszahlungen: Schweizer Autobranche blutet besonders stark
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Die Themen diese Woche:

Die Schweizer Autowirtschaft zahlt gleich viele CO₂-Sanktionen wie die 50-mal grössere EU-Autowirtschaft

Worum geht es?

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Der Leapmotor B10 Hybrid EV fährt immer elektrisch – nimmt aber für lange Strecken einen Benzinmotor als Stromgenerator mit. Dank dieser Kombination gehört Reichweitenangst der Vergangenheit an ohne dass auf das dynamische Fahrgefühl eines Elektroautos verzichtet werden muss.

Kommentar: Die Autoverkäufe der Schweiz haben sich seit der Corona-Pandemie 2020 nicht mehr erholt und verharren seither bei rund 230’000 pro Jahr. In den Jahren zuvor waren es jeweils rund 300’000 Verkäufe. Das entspricht einem Minus von rund einem Viertel. Es ist plausibel, dass zumindest ein Teil dieses Rückgangs auf die unsinnige Mehrbelastung durch das CO₂-Sanktionsregime zurückzuführen ist. Davon ist man bei Auto-Schweiz zumindest überzeugt.

Der Effekt ist, dass die Wagenflotte in der Schweiz viel langsamer erneuert wird als eigentlich notwendig. Somit sind mehr alte Autos auf den Schweizer Strassen unterwegs – und alte Autos stossen im Schnitt deutlich mehr CO₂ aus. Am Ende führt die sture Eintreibung der Strafzahlungen also dazu, dass mehr statt weniger Klimagase anfallen. Das nennt man behördlichen Unsinn.

Albert Rösti will jetzt die ganze CO₂-Abgabe einbehalten

Worum geht es?

Kommentar: Der Vorgang ist typisch: Hält der Staat erst einmal Geld in der Hand, gibt er es über kurz oder lang nicht mehr wieder her. Denn er findet bald Gründe, warum damit angeblich noch dieses oder jenes subventioniert werden muss. So passiert es nun bei der CO₂-Abgabe. Die «NZZ am Sonntag» schrieb treffend von einem «Musterbeispiel für den unstillbaren Geldhunger der Politik». Dass dafür offenbar Bundesrat Albert Rösti verantwortlich ist, von dem man glaubte, er sei ein Vorkämpfer für einen schlanken Staat, ist umso bedenklicher. Aber er wird hier wohl seinen Chefbeamten «geführt». Es ist jetzt am Parlament, diese Geldgier der Verwaltung zu stoppen.

Brüssel möchte, dass sich die EU-Staaten wegen der Energiewende zusätzlich verschulden können

Worum geht es?

Kommentar: Oje, Europa! Der Kontinent versinkt im Schuldensumpf. Und jetzt werden die Schleusen gar noch mehr geöffnet. Es ist angesichts der aktuellen Bedrohungen zwar nachvollziehbar, dass Brüssel zusätzliche Ausgaben für die militärische Aufrüstung gewährt. Dass nun aber auch die Energiewende an den Schuldenregeln vorbei subventioniert werden soll, ist ein fatales Signal. Denn ich bin sicher, dass sich diese «Investitionen» nie und nimmer lohnen und die EU-Staaten von diesem Geld kaum etwas haben werden.

Um zum Schluss noch dies:

Peter Altmaier war während der ganzen Kanzlerschaft von Angela Merkel ein treuer Diener seiner Parteikollegin. Er amtete unter anderem als Umweltminister, als Wirtschaftsminister und als Chef des Bundeskanzleramts. Altmaier war auch mitverantwortlich für den Atomausstieg Deutschlands, den die Regierung Merkel nach dem Unfall in Fukushima 2011 angeordnet hat und der von der nachfolgenden Ampelkoalition 2023 vollendet wurde. Das Aus der einst bedeutenden Kernenergie Deutschlands ist nachweislich ein Grund, dass das Land heute unter exorbitant hohen Energiepreisen ächzt.

In einem Interview mit der NZZ sagte Peter Altmaier nun, dass er sich Sorgen um Deutschland mache – unter anderem, weil die Energiepreise für die Industrie «leider Gottes» immer noch zu hoch seien (siehe hier). Den seinerzeitigen Beschluss, alle KKW stillzulegen, verteidigte er aber: «Er war unvermeidlich. Ein unbegrenzter Weiterbetrieb war nicht durchsetzbar.»

Am Ende des Gesprächs machte Altmaier einen streitbaren Vorschlag, wie man die hohen Strompreis für die Industrie senken könnte: «Auch wenn Deutschland auf absehbare Zeit keine Kernkraftwerke haben wird: Es gibt viele Länder um uns herum, die in modernste Atomkraftwerke investieren wollen. Dabei sollte die EU ihnen helfen, denn das kommt der Stormversorgungssicherheit in ganz Europa zugute.»

Wie bitte? Peter Altmaier schlägt de facto vor, dass Deutschland darauf setzen soll, sich Atomstrom im Ausland zu besorgen. Obwohl die Kernenergie ja angeblich so gefährlich ist. Das macht das Deutschland zwar heute schon und bezieht namentlich Atomstrom aus Frankreich. Dass solche Import nun aber quasi offizielle Staatsdoktrin sein sollen, ist ein starkes Stück. Denn was besagt das St. Floriansprinzip? «Heiliger Sankt Florian, verschon’ mein Haus, zünd’ andre an.»

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Alex Reichmuth
alex.reichmuth@nebelspalter.ch

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