Die Fakten: 2025 wurden auf den Schweizer Nationalstrassen 68’040 Staustunden verzeichnet – satte 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Verglichen mit der Situation vor zehn Jahren hat sich die Zahl der Staustunden sogar mehr als verdreifacht.
Warum das wichtig ist: Es ist kein Wunder, dass es auf den Autobahnen immer enger wird: Einerseits ist die Zuwanderung in die Schweiz seit Jahren exorbitant hoch, andererseits wird das Nationalstrassennetz nur zögerlich ausgebaut. Die verlorenen Wartezeiten in Staus sind nicht nur ein Ärgernis für Automobilisten, sondern auch eine zunehmende Belastung für das Gewerbe.
Das Zitat: «Staus treten häufiger auf, dauern länger und werden weniger zuverlässig planbar.» (Bundesamt für Strassen, siehe hier)

Die Grafik:
- Die Zahl der Staustunden auf Autobahnen hat sich vor allem in den vergangenen Jahren sprunghaft erhöht.
- 2025 wurden mehr als dreimal so viele Staustunden registriert wie noch 2015.
- Gegenüber 2006 hat sich die Zahl der Staustunden sogar fast versechsfacht.
Der Kommentar des Bundes. Das Astra äussert sich gegen dem «Nebelspalter» so:
- Das allgemeine Verkehrswachstum auf den Autobahnen sei der Grund für die zunehmenden Staustunden.
- Seit 1990 habe der Verkehr auf den Nationalstrassen um 140 Prozent zugenommen (also fast um das Zweieinhalbfache). Dadurch stosse das Netz mittlerweile immer häufiger an seine Kapazitätsgrenze.
- Zu beobachten sei, dass die Nationalstrassen nicht mehr nur zu den Pendlerzeiten stark belastet seien, sondern vielerorts über weite Teile des Tages hinweg.
- Weil das Netz immer öfter an der Kapazitätsgrenze laufe, könnten auch kleinere Störungen wie Pannen, Unfälle und sogar abrupte Bremsmanöver zu Staus und stockendem Verkehr führen.
Meine Einschätzung:
Erst am 14. Juni hat das Stimmvolk Nein gesagt zur «Keine-10-Millionen-Schweiz» der SVP – und damit zu einer Begrenzung der Zuwanderung. Nur wenige Tage später zeigt sich nun anhand der Autobahnen, dass der viel beklagte «Dichtestress» eben kein Phantom, sondern Realität ist.
Weil das Volk gleichzeitig dem zügigen Ausbau des Autobahnnetzes skeptisch gegenübersteht und vor zwei Jahren die Behebung von sechs Engpässen auf den Nationalstrassen abgelehnt hat, ist leider keine Entspannung absehbar. Im Gegenteil wird die Zahl der Staustunden auf Autobahnen in den kommenden Jahren wohl weiter steil nach oben gehen. Denn Staus nehmen nicht gleichmässig mit dem Verkehr auf den Nationalstrassen zu, sondern überproportional.
Die entsprechende Warterei wird immer mehr zu einem ökonomischen Risiko für Wirtschaftsbetriebe, die auf Fahrten und Transporte angewiesen sind. Die Politik ist gefordert, endlich für Abhilfe zu sorgen.