Das ist passiert: Rubén Vargas verwandelt den entscheidenden Penalty im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien – die goldene Generation des Schweizer Fussballs schreibt Geschichte und zieht zum ersten Mal seit 1954 in einen WM-Viertelfinal ein. Die Mannschaft von Trainer Murat Yakin bezwingt die körperbetonten «Cafeteros» nach einer umkämpften Partie auf Augenhöhe mit Disziplin, mentaler Stärke und der nötigen Prise Glück.

Der Helden-Faktor: Rubén Vargas lässt dem Torhüter beim entscheidenden Penalty keine Chance und schiesst das Spielgerät eiskalt ein – dies, nachdem muskuläre Probleme seinen Einsatz infrage gestellt hatten. Für seine Nerven aus Stahl verdient er den Titel «Held des Tages».
Im Interview nach dem Spiel dankt der Luzerner als Erstes seinem Schöpfer: «Danke an Gott, danke für diesen Moment!» Aufgrund der positiven Energie in der Mannschaft und bei den Fans habe er sich vor dem Penalty «so sicher gefühlt, wie noch nie». Der Penalty-Held ist bekennender Christ und Mitglied der Freikirche International Christian Fellowship (ICF). Nach dem 1:0 gegen Kanada sorgte er für Schlagzeilen, nachdem er auf die Knie sank und seinen Treffer mit einer religiösen Pose bejubelt hatte. Der «Blick» berichtete daraufhin von einem «evangelikalen Netzwerk» hinter dem Nationalspieler: Er ist Mitglied der Organisation «Fussball mit Vision».
Sein Vater stammt aus der Dominikanischen Republik und arbeitet als Golflehrer in der Zentralschweiz. Seine Mutter ist schweizerisch-italienische Doppelbürgerin und war in ihrer Jugend Trampolinspringerin, wie der Blick in einem Porträt schreibt. Vargas hat eine Lehre zum Flachmaler abgeschlossen und arbeitete vor seiner Profikarriere schon am frühen Morgen auf der Baustelle. Heute spielt der 27-Jährige beim FC Sevilla in der spanischen Primera División.
Wie er den Heldenstatus verlieren könnte: Die Schweizer Nati hat Geschichte geschrieben: Der Mann aus Adligenswil darf seinen Heldenstatus behalten – wenigstens, bis das nächste Kapitel Fussballgeschichte geschrieben ist.