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SVP rächt sich an Wirtschaftsverbänden. Ist das erst der Anfang?

Das Mercosur-Abkommen scheiterte im Nationalrat, weil SVP und Linke gemeinsam dagegen stimmten – eine klare Revanche der SVP an die Wirtschaftsverbände, die zuvor massiv gegen die 10-Millionen-Initiative der SVP gekämpft hatten. Nach Jahren wirtschaftsfreundlicher Unterstützung sieht die S ...

SVP rächt sich an Wirtschaftsverbänden. Ist das erst der Anfang?
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Die Fakten: Das Mercosur-Abkommen scheitert im Nationalrat. SVP und Linke versenken es.

Warum das wichtig ist: Die Wirtschaftsverbände schlachten regelmässig die SVP ab. Die Zeit der Rache ist gekommen. Zu Recht.

Wenn man das Abstimmungsverhalten der SVP im Parlament betrachtet, dann gibt es kaum eine Fraktion, die sich so wirtschaftsfreundlich verhält – gesetzt den Fall, man lässt alle Entscheide weg, die irgendwie mit der EU zu tun haben. Selbst die FDP ist unzuverlässiger, wenn es darum geht, jede neue unsinnige Regulierung, jede linke, antikapitalistische Regung und jede Steuererhöhung abzuwehren.

Und wenn es dann eine entscheidende Auseinandersetzung gibt, wo die «Wirtschaft», sprich: deren Spitzenverbände: economiesuisseArbeitgeberverband und Gewerbeverband auf bürgerliche Hilfe angewiesen sind, dann nimmt man die SVP gerne in Anspruch, zumal man weiss: die halten in der Regel, was sie versprechen. Oft meint man gar, dieser SVP-Support sei kostenlos zu haben, da garantiert. 

Seitdem die Wirtschaftsverbände – wie so oft zuvor – am letzten Sonntag erneut eine EU-feindliche Initiative der SVP abgeschossen haben (10-Millionen-Initiative), indem sie eine der teuersten Kampagnen finanziert haben, die es je brauchte, um sich gegen ein populäres Anliegen der SVP zur Wehr zu setzen, scheint bei der SVP allerdings ein Umdenken eingesetzt zu haben.

Diese Woche war deshalb Payback-Time:

Gewiss, ordnungspolitisch war das Anliegen sowieso kaum zu rechtfertigen, wenn es nicht unverschämt war. Aus einer liberalen Sicht gibt es keinen Grund dafür, doch bei allem Respekt für die SVP: So zimperlich liberal ist sie auch nicht immer, wenn es sich darum dreht, politisch nahestehende Kreise mit Subventionen zu beglücken. Nein. Es war Rache – und ich kann es verstehen.

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Wenn das Scharmützel mit den Hoteliers für diese natürlich eine schwere Niederlage bedeutete, setzte sich der Rachefeldzug der SVP am Mittwoch fort – bei einem Thema, das der «Wirtschaft» insgesamt, also: ihren Verbänden, sehr viel mehr wehtun dürfte.

Die «Wirtschaft» (ich setze die Anführungszeichen, weil ich nur von den Wirtschaftsverbänden spreche) dürfte noch lange unter diesem Schock zittern – zumal man weiss: Eine neuerdings unzuverlässige SVP im Verein mit einer notorisch unzuverlässigen FDP und einer extrem unzuverlässigen Mitte bahnt der Linken den Weg zur vorzeitigen Einführung des Sozialismus in der Schweiz.

Dumm gelaufen.

Bereits hört man aus der SVP, dass die Pharmaindustrie es vergessen könne, dass die Partei sie dabei unterstütze, die Medikamentenpreise zu erhöhen.

Hier steht noch viel mehr auf dem Spiel als beim Mercosur-Abkommen.

Gelingt es der Pharma nämlich nicht, ihre Preise in der Schweiz anzupassen, verliert sie Milliarden in den USA, zumal Trump die Schweizer Preise (und andere) als Referenz für die amerikanischen Medikamentenpreise heranziehen will. Kurz, ohne SVP wird Donald Trump unsere Pharmaindustrie in schwere Bedrängnis bringen.

Ist es nicht ironisch?

Roche und Novartis sind (neben Nestlé) die mit Abstand bedeutendsten Beitragszahler der economiesuisse, und keine Abstimmungskampagne kommt ohne das Geld aus Basel zum Fliegen.

Oder um das alte gutschweizerische Sprichwort zu wiederholen, falls man es in Basel schon wieder vergessen hat:

«Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.»
 

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende

 

Markus Somm

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