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# SVP rächt sich an Wirtschaftsverbänden. Ist das erst der Anfang?
- URL: https://nebi.chessservices.de/svp-racht-sich-an-wirtschaftsverbanden-ist-das-erst-der-anfang/
- Published: 2026-06-19T00:00:00.000Z
- Updated: 2026-07-16T15:12:40.000Z
- Description: Das Mercosur-Abkommen scheiterte im Nationalrat, weil SVP und Linke gemeinsam dagegen stimmten – eine klare Revanche der SVP an die Wirtschaftsverbände, die zuvor massiv gegen die 10-Millionen-Initiative der SVP gekämpft hatten. Nach Jahren wirtschaftsfreundlicher Unterstützung sieht die S ...
- Author: Markus Somm
- Tags: Markus Somm, Somms Memo, #Import 2026-08-20 15:45

**Die Fakten:** Das Mercosur-Abkommen scheitert im Nationalrat. SVP und Linke versenken es.  
  
**Warum das wichtig ist:** Die Wirtschaftsverbände schlachten regelmässig die SVP ab. Die Zeit der Rache ist gekommen. Zu Recht.

Wenn man das **Abstimmungsverhalten** der **SVP** im Parlament betrachtet, dann gibt es kaum eine Fraktion, die sich so **wirtschaftsfreundlich** verhält – gesetzt den Fall, man lässt alle Entscheide weg, die irgendwie mit der **EU** zu tun haben. Selbst die **FDP** ist unzuverlässiger, wenn es darum geht, jede neue unsinnige Regulierung, jede linke, antikapitalistische Regung und jede Steuererhöhung abzuwehren.

- Das wissen die Leute, die bei den Wirtschaftsverbänden arbeiten – insbesondere jene, die im **Maschinenraum** tätig sind und aus der **Nähe** erleben, was in den Kommissionen passiert oder im Bundesrat.

Und wenn es dann eine entscheidende Auseinandersetzung gibt, wo die «Wirtschaft», sprich: deren Spitzenverbände: **economiesuisse**, **Arbeitgeberverband** und **Gewerbeverband** auf bürgerliche Hilfe angewiesen sind, dann nimmt man die SVP gerne in Anspruch, zumal man weiss: die halten in der Regel, **was sie versprechen**. Oft meint man gar, dieser SVP-Support sei kostenlos zu haben, da garantiert. 

- Manchmal wird deshalb die launenhafte **Mitte** viel liebevoller umworben als die SVP,
- so wie eine **Frau**, die ständig Migräne vorgibt, mehr Aufmerksamkeit von ihrem **Ehemann** erhält als eine, die stets fröhlich einen neuen Tag in Angriff nimmt.

Seitdem die Wirtschaftsverbände – wie so oft zuvor – am letzten Sonntag erneut eine **EU-feindliche Initiative** der **SVP** abgeschossen haben (10-Millionen-Initiative), indem sie eine der **teuersten Kampagnen** finanziert haben, die es je brauchte, um sich gegen ein populäres Anliegen der SVP zur Wehr zu setzen, scheint bei der SVP allerdings ein **Umdenken** eingesetzt zu haben.

- Wenn die «Wirtschaft» uns schon so gerne **abschlachtet**, warum sollen wir uns das noch länger gefallen lassen?
- Zumal gerade der SVP dieses gutschweizerische Sprichwort gut kennt: «Nur die **dümmsten Kälber** wählen ihre **Metzger** selber».

Diese Woche war deshalb **Payback-Time:**

- Die **Hotellerie**, deren Verband gegen die 10-Millionen-Initiative geradezu ein **Flächenbombardement**vorgenommen hatte, bat das Parlament um eine Verlängerung ihrer **Subventionen**, die darin bestehen, dass sie seit Jahren von einem reduzierten **Mehrwertsteuersatz** profitiert.
- Und wohl zum ersten Mal stimmte ein gewichtiger Teil der SVP-Fraktion **dagegen**, womit sie zusammen mit der Linken den Zuwanderungs-trunkenen Hoteliers die Suppe **versalzte** – im buchstäblichen Sinne.

Gewiss, **ordnungspolitisch** war das Anliegen sowieso kaum zu rechtfertigen, wenn es nicht unverschämt war. Aus einer liberalen Sicht gibt es keinen Grund dafür, doch bei allem Respekt für die SVP: So zimperlich liberal ist sie auch nicht immer, wenn es sich darum dreht, politisch nahestehende Kreise mit Subventionen zu beglücken. Nein. **Es war Rache** – und ich kann es verstehen.

![](https://nebi.chessservices.de/content/images/2026/06/svpraechtsichanwirtschaftsverbaendenistdaserstderanfang_OettingerDavidoffHumidor1190526OettingerDavidoff.jpg)

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Wenn das **Scharmützel** mit den Hoteliers für diese natürlich eine schwere Niederlage bedeutete, setzte sich der **Rachefeldzug** der SVP am Mittwoch fort – bei einem Thema, das der «Wirtschaft» insgesamt, also: ihren Verbänden, sehr viel mehr wehtun dürfte.

- Gemeinsam mit der Linken lehnte die SVP in der Schlussabstimmung das **Mercorsur**\-**Abkommen** ab. Dabei geht es um einen Freihandelsvertrag mit ausgewählten lateinamerikanischen Ländern, den ausgerechnet SVP-Wirtschaftsminister **Guy Parmelin** glänzend ausgehandelt hat.
- Gewiss, die Hauptrolle bei dieser Strafaktion spielten die **Bauern**, die das Parlament geradezu erpresst hatten: Sie wollten nur zustimmen, wenn sie dafür mit **880 Millionen** entschädigt wurden, was der Nationalrat zurückwies. Also fiel das Abkommen durch.
- Doch die Stimmen der **SVP** gaben dafür den Ausschlag. Und wenn die Partei eine Gelegenheit gesucht hatte, der ungeliebten **economiesuisse** eine Ohrfeige zu verpassen, dann war sie jetzt da.
![](https://nebi.xbopp.com/content/images/2026/06/svpraechtsichanwirtschaftsverbaendenistdaserstderanfang_FreihandelszoneEFTAMERCOSURNeuerMarktmit260MioEinwohnern.png) 

Die «Wirtschaft» (ich setze die Anführungszeichen, weil ich nur von den Wirtschaftsverbänden spreche) dürfte noch lange unter diesem Schock zittern – zumal man weiss: Eine **neuerdings unzuverlässige SVP** im Verein mit einer notorisch unzuverlässigen FDP und einer extrem unzuverlässigen Mitte bahnt der Linken den Weg zur vorzeitigen **Einführung des Sozialismus** in der Schweiz.  
  
Dumm gelaufen.

- Irgendwann musste sich die **Treulosigkeit** der Wirtschaftsverbände gegenüber der SVP rächen.
- Mit weiteren **Revanche-Fouls** der Volkspartei ist zu rechnen.

Bereits hört man aus der SVP, dass die **Pharmaindustrie** es vergessen könne, dass die Partei sie dabei unterstütze, die **Medikamentenpreise** zu erhöhen.  
  
Hier steht noch viel mehr auf dem Spiel als beim Mercosur-Abkommen.

- Der Grund heisst **Donald Trump**.
![](https://nebi.xbopp.com/content/images/2026/06/svpraechtsichanwirtschaftsverbaendenistdaserstderanfang_ExporteindieMercosurStaatenPharmadominiert.png) 

Gelingt es der Pharma nämlich nicht, ihre Preise in der Schweiz anzupassen, verliert sie Milliarden in den USA, zumal Trump die Schweizer Preise (und andere) als Referenz für die amerikanischen Medikamentenpreise heranziehen will. Kurz, **ohne SVP** wird Donald Trump unsere Pharmaindustrie in schwere Bedrängnis bringen.  
  
Ist es nicht ironisch?  
  
Roche und Novartis sind (neben Nestlé) die mit Abstand **bedeutendsten Beitragszahler** der economiesuisse, und **keine Abstimmungskampagne** kommt ohne das Geld aus Basel zum Fliegen.

- Nun hat die Pharmaindustrie zwar die 10-Millionen-Initiative brutal **vernichtet**, dass sie sich dabei **selber vernichtet**, war ihr wohl zuvor nicht bewusst.

Oder um das alte gutschweizerische Sprichwort zu wiederholen, falls man es in Basel schon wieder vergessen hat:  
  
«Nur die **dümmsten Kälber** wählen ihre Metzger selber.»  

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende  
  
Markus Somm

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