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# Steven Koonin: «Wir haben einer ganzen Generation Furcht statt Fakten geliefert»
- URL: https://nebi.chessservices.de/steven-koonin-wir-haben-einer-ganzen-generation-furcht-statt-fakten-geliefert/
- Published: 2026-06-30T00:00:00.000Z
- Updated: 2026-07-16T15:12:28.000Z
- Description: Steven E. Koonin anerkennt den menschengemachten Klimawandel, kritisiert jedoch stark die Übertreibung der Risiken durch Medien und Politik, die oft auf fragwürdigen Modellen und unrealistischen Extremszenarien basieren. Während die globale Temperatur seit 1900 um 1,3°C gestiegen ist, verb ...
- Author: Dominik Feusi
- Tags: Dominik Feusi, Klima, Klima und Energie, Klimaaktivisten, Klimapolitik, Klimaschutz, Klimaterror, Klimawandel, IPCC, Wissenschaft, Medien, #Import 2026-08-20 15:45

**Warum es wichtig ist:** Der renommierte Wissenschaftler Steven Koonin warnt in einem Referat vor der «Alliance for Responsible Citizenship» (ARC), dass zwischen der Klimawissenschaft und der öffentlichen Debatte darüber eine «sehr erhebliche Lücke» klafft – mit Folgen für die Bürger und die Industrie, ganz besonders für die junge Generation.

**Die Fakten:** Seit 1900 ist die globale Temperatur um etwa 1,3°C gestiegen. Gleichzeitig

- hat sich die Weltbevölkerung verfünffacht,
- ist die Weltwirtschaft etwa um das 25-Fache gewachsen,
- ist die Lebenserwartung um rund 50 Jahre gestiegen,
- sind die Todesfälle durch extremes Wetter um rund 95 Prozent gesunken.

![](https://nebi.chessservices.de/content/images/2026/06/wasvomklimawandelbleibtstaatsausgabenwohlstandsverlustundpes_1aB10HybridEVGalaxySilverstatic6.jpg)

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**Das Wesentliche:**

- Koonin betont: Er leugnet weder den Klimawandel noch den menschlichen Einfluss. Sein Punkt: Die Risiken sind real, aber oft überzeichnet, vor allem von Medien und Politik.
- Fragwürdige Modelle und Szenarien: Die aktuellen Klimamodelle sind unsicher. Das [Klima reagiert auf CO₂ mit einer Sensitivität](https://www.nebelspalter.ch/themen/2025/09/usa-klimapolitik-vom-kopf-auf-die-fuesse-gestellt?ref=nebi.chessservices.de) zwischen 1,8°C und 5,6 °C – «ein Faktor drei». Viele besonders «heisse» Modelle passen nicht zu historischen Beobachtungen und wurden «leise» heruntergewichtet. Das oft zitierte [Extremszenario RCP8.5](https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/05/die-klimakatastrophe-ist-offiziell-abgesagt?ref=nebi.chessservices.de) ist unrealistisch, wird aber weiterhin in Studien und Politik prominent genutzt.
- Ausblick bis 2100: Mit realistischen Modellen und plausiblen Entwicklungen der Emissionen ergibt sich eine Erwärmung von 2 bis 3 °C (Median +2,2 °C). Davon haben wir aber schon 1,3 Grad hinter uns.
- Der geschätzte Effekt auf das globale BIP bei 2,5–3°C: minus 1–5% über 80 Jahre – «ein bis zwei Jahre Wachstumsverlust» in einer deutlich reicheren Zukunft.
![](https://nebi.xbopp.com/content/images/2026/06/373136750highres.jpg) 

**Zwischen den Zeilen:**

- Koonin kritisiert, wie aus der umfangreichen Gesamtbewertung des Internationalen Klimapanels (IPCC), die «Zusammenfassung für Politiker» und schliesslich die Berichterstattung in den Medien entsteht. Unsicherheiten werden dabei geglättet oder verschwinden ganz, Worst-Case-Szenarien werden betont, wichtige Nuancen der Wissenschaft gehen verloren.
- Die Folge: Es entsteht eine Politik mit hohen Kosten, aber nicht erkennbarem Einfluss auf globale Emissionen.

**Die wichtigsten Zitate:**

- «Es gibt eine sehr erhebliche Lücke zwischen dem, was die Klimawissenschaft tatsächlich sagt, und dem, was man uns erzählt, sie sage es.»
- «Die Erwärmung verdient ernsthafte Aufmerksamkeit, aber sie ist nicht die Apokalypse.»
- «Wir haben einer ganzen Generation Angst statt Handlungsfähigkeit gegeben, Furcht statt Fakten.»
- «Ich bin nicht wütend, dass man Klimawandel ernst genommen hat – ich bin wütend, dass ‹ernst nehmen› der Grund wurde, aufzuhören, vernünftig zu denken.»

**Das Problem:** Aus diesen Übertreibungen sind gemäss Koonin Kosten entstanden, welche die Bürger zu tragen haben:

- Fiskalisch durch höhere Staatsausgaben: «Hunderte Milliarden» in zahlreichen Ländern für eine Energiewende, mit kaum messbarem Effekt auf den globalen Emissionspfad.
- Energetisch durch höhere Energiepreise: Zuverlässige, bezahlbare Energie werde als Problem statt als «Fundament» einer Gesellschaft behandelt.
- Industriell durch Verlegen von Produktion in andere Länder: «Wir haben Emissionen und Lebensunterhalt in andere Länder exportiert und es Fortschritt genannt.»
- Wissenschaftlich durch fehlendes Hinterfragen: Kritische Fragen zu Modellen und Szenarien würden als «Leugnung» abgetan – «Das ist nicht, wie Wissenschaft funktioniert; es ist, wie Wissenschaft scheitert.»

**Bottom line:** Für Koonin ist Klimawandel eine Tatsache. Aber die Reaktion der Politik darauf sollte auf robusten Modellen, plausiblen Szenarien und ehrlicher Kommunikation beruhen – mit Fokus auf Resilienz, verlässlicher Energie und dem Wohlstand der Bürger.

![](https://nebi.xbopp.com/content/images/2026/06/StevenKooninofficialportrait.jpg) 

**Zur Person:** Steven E. Koonin ist Physiker und arbeitete unter Präsident Barack Obama als Unterstaatssekretär im US-Energieministerium. Zuletzt arbeitete er an einem neuen [Bericht über den Klimawandel für die Trump-Administration](https://www.nebelspalter.ch/themen/2025/09/usa-klimapolitik-vom-kopf-auf-die-fuesse-gestellt?ref=nebi.chessservices.de) mit. In seinem [Buch «Unsettled»](https://www.orellfuessli.ch/shop/home/artikeldetails/A1070145012?ref=nebi.chessservices.de) argumentierte er, dass viele Aussagen zur Klimakrise übertrieben oder politisiert seien, was ihn zu einer prominenten Figur in der klimaskeptischen Debatte gemacht hat.

Die 2023 gegründete [«Alliance for Responsible Citizenship» (ARC)](https://www.arc-conference.com/?ref=nebi.chessservices.de) ist ein globales Netzwerk von Führungskräften, die sich dafür einsetzen, positive und praktische Lösungen für die grössten Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Seit ihrer Gründung im Jahr 2023 ist die ARC erheblich gewachsen. Was bei der Eröffnungskonferenz in London mit 1500 Teilnehmern begann, wuchs bis 2026 auf mehr als 4000 Führungskräfte aus 96 Ländern an.