> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://nebi.chessservices.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Seit es die Schweiz gibt, wird ihr Untergang vorhergesehen. Warum es nie dazu kommt.
- URL: https://nebi.chessservices.de/seit-es-die-schweiz-gibt-wird-ihr-untergang-vorhergesehen-warum-es-nie-dazu-kommt/
- Published: 2026-06-25T00:00:00.000Z
- Updated: 2026-07-16T15:12:33.000Z
- Description: Die Schweiz nähert sich zunehmend dem europäischen Durchschnitt an, was Besorgnis über den Verlust ihres politischen Sonderwegs weckt – ein Thema, das bereits 1910 Emanuel Blocher, Urgroßvater von Christoph Blocher, beschäftigte. Er warnte vor der Zentralisierung, der Bürokratisierung und ...
- Author: Markus Somm
- Tags: Markus Somm, Somms Memo, Christoph Blocher, Unabhängigkeit, Schweiz, #Import 2026-08-20 15:45

**Die Fakten:** Die Schweiz gleicht sich dem Euro-Durchschnitt an: Ob Regulierungen, Staatsquote oder Vordringen der Berufspolitiker – das Land passt sich an.

**Warum das wichtig ist:** Die Schweiz ist ein politischer Sonderfall. Oder war er das? Anzeichen für eine beunruhigende Entwicklung.

Im Jahr **1910** schrieb ein **Manager** seinem Sohn einen Brief, in dem er sich mit dem **Zustand der Schweiz** befasste. Er war besorgt:

- «Wenn das, was uns bis jetzt zusammenhält: die historische Entwicklung, der Werdegang, und unsere **freiheitlichen demokratischen Institutionen** einmal ihre Zugkraft verlieren dadurch, dass die Nachbarstaaten politisch mehr oder weniger in dasselbe Fahrwasser gelangen, und auf der anderen Seite bei uns das Anwachsen der Zentralisation und der Bürokratie uns den Nachbarstaaten ähnlich macht, dann werden die wirtschaftlichen Verhältnisse ihre zwingende Kraft geltend machen, und auch die Rassen- und Sprachenverhältnisse werden stärker wirken, als sie es heute vermögen.»

Gewiss, das Wort **«Rasse»** schreckt uns heute auf, damals war es aber noch vergleichsweise harmlos, wenn nicht modischer Standard unter **gebildeten Leuten**. Was der Autor meinte, waren die kulturellen und ethnischen Unterschiede unter den europäischen Staaten, er fuhr fort:

- «Dann mag für die **Welschen** der Zug nach **Westen**, und für uns nach **Norden**, ins deutsche Zollgebiet hinein so stark werden, dass Abbröckelungen stattfinden: das ist dann der Anfang vom Ende. Aber Du und ich erleben dies nicht.»

Da hatte der Autor recht. Er erlebte es nicht mehr, er starb 1920\. Der Autor **hiess Emanuel Blocher**, er wirkte als Direktor einer Spinnerei in Münchenstein bei Basel und Sie erraten es korrekt: Er war der **Urgrossvater** von **Christoph Blocher**. Wenn es einen Grund gibt, an eine Art **politische DNA** in einer Familie zu glauben, dann vielleicht diese Bemerkung von Emanuel Blocher. Gleicht sein Befund nicht in mancher Hinsicht den Standpunkten des Urenkels?

**Hinterher ist man klüger.** 

![](https://nebi.xbopp.com/content/images/2026/06/seitesdieschweizgibtwirdihruntergangvorhergesehenwarumesnied_deutschlandmusterschulerland1720.png) 

Trotz unbestreitbarer Angleichung der Schweiz an ihre Nachbarn (und umgekehrt): **Unser Land gibt es immer noch.** Weder die Welschen noch die Tessiner haben sich Richtung Paris oder Rom abgesetzt, noch schlossen wir uns **Deutschschweizer** etwa **Deutschland** an (wenn schon, schlössen sich die Deutschen nun lieber uns an).

Womit Blochers Urgrossvater aber richtig lag: Die Schweiz, ein **Sammelsurium von Sprachgruppen, Konfessionen und im Mittelalter entstandenen Kantone,** war ständig in ihrer Existenz bedroht, wenn sie sich zu sehr ihrer Umgebung annäherte.

Das tat sich nicht erst 1910\. Sondern seither immer wieder.

- Vier Jahre später, **1914**, brach der **Erste Weltkrieg** aus, und auch die Schweizer dehnten ihren Staat fast besinnungslos aus – wie alle Europäer.
- Dem Bund gelang es, die Not für seine Zwecke zu nutzen, und zum ersten Mal setzte er durch, dass Bern **eigene, direkte Steuern** einziehen durfte. Nur vorläufig, hiess es beschwichtigend. **Das Provisorium dauert bis heute** **an**.

![](https://nebi.chessservices.de/content/images/2026/06/seitesdieschweizgibtwirdihruntergangvorhergesehenwarumesnied_OettingerDavidoffHumidor1190526OettingerDavidoff.jpg)

Sponsored Content 

Stadtluft trifft Zigarrengenuss: der neue Travel Humidor Urban von Davidoff Cigars 

Davidoff Cigars präsentiert den Travel Humidor Urban – den perfekten Begleiter für den anspruchsvollen Aficionado, der Stil und Funktionalität nicht dem Zufall überlässt. 

Oettinger Davidoff AG 

Zugleich blieb die Schweiz jedoch ein **störrischer Eigenbrötler**, wenn sich die Umstände änderten; in den **1930er Jahren** wurde zwar genauso kopiert, und doch wäre es niemandem in den Sinn gekommen, den **italienischen Faschismus** oder gar den **deutschen Nationalsozialismus** bei uns einzuführen (OK, es gab Ausnahmen). Man besann auf sich selbst – aus Zwang, unfreiwillig, und pflegte in den **1950er Jahren** die eigene politische Identität viel sorgfältiger als je zuvor. Nicht einmal ein Beitritt zur neuen **Uno** kam in Frage, geschweige denn eine Integration **in die damals entstehende, spätere EU**.

- Kurz, unser Land schwankte schon immer zwischen **europäischem Konformismus** und **eidgenössischem Eigensinn**. Ob 1910 oder 2026.

Emanuel Blocher war **zu Recht** besorgt – und dann auch wieder nicht.

Der **politische Sonderfall** lebt – auch wenn sich eine Art **fünfte Kolonne** in unserem Land festgesetzt hat, die vor lauter **Europhilie** so gut wie alle Eigentümlichkeiten dieses Landes opfern will – im Wesentlichen wären das die **direkte Demokratie**, der manchmal fast bizarre **Föderalismus**, die Gemeindeautonomie, schliesslich das **Milizsystem**, das unsere Politik überall durchwirkt.

![](https://nebi.xbopp.com/content/images/2026/06/seitesdieschweizgibtwirdihruntergangvorhergesehenwarumesnied_schweizerstaatheutedoppeltsogross720.png) 

Was manchen Schweizern dabei **viel zu wenig geläufig** ist: Wenn wir darüber nachdenken, warum unser Land nach wie vor eines der reichsten Länder der Welt ist, dann kommt der **politischen Sonderentwicklung der Eidgenossenschaft**, eigentlich seit ihrer Gründung, eine hervorragende Bedeutung zu:

- Wir sind **nicht intelligenter**, auch nicht fleissiger als unsere Nachbarn, die ja je nach Sprachgruppe uns in Mentalität und Kultur gleichen,
- sondern wir besitzen einfach die **besseren Institutionen**.

Was allerdings auch stimmt: Das Schwanken zahlt sich auch aus. Wir haben viele Dinge **vom Ausland** gelernt: angefangen von den **zwei Kammern** in unserem Parlament, die wir den **Amerikanern** verdanken, bis zu unseren **Universitäten** und **Gymnasien**, die an erster Stelle die **Deutschen** im 19\. Jahrhundert für uns aufgebaut haben, nicht zuletzt die ETH.

Die Schweiz ist ein **konservativer** und **weltverflochtener** **Kleinstaat**. Immer bedroht, sich selbst aufzugeben vor lauter Offenheit, und zugleich zu stur, um je unterzugehen.

Oder um den hellsichtigen **Emanuel Blocher** zu wiederholen:

«Aber Du und ich erleben dies nicht.»

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Tag

Markus Somm

## Täglich in der Mailbox 

Somms Memo gibt's auch als Newsletter

[Jetzt abonnieren ](https://www.nebelspalter.ch/newsletter/somms-memo?ref=nebi.chessservices.de)