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# Hündli statt Chindli
- URL: https://nebi.chessservices.de/hundli-statt-chindli/
- Published: 2026-07-10T00:00:00.000Z
- Updated: 2026-07-16T15:12:21.000Z
- Author: Gottlieb F. Höpli
- Tags: Gottlieb F. Höpli, Höpli zum Freitag, Geburtenrate, Haustiere, Hunde, Italien, #Import 2026-08-20 15:45

So dramatisch war die Lage noch nie in Europa: Die Geburtenzahlen, bereits historisch tief, stürzen immer weiter ab. In der Schweiz bringt eine Frau, statistisch gesprochen, gerade noch 1,28 Kinder zur Welt, wo doch zur Erhaltung der Bevölkerungszahl 2,1 Kinder nötig wären. 

Am schlimmsten ist die Lage in Italien, das sich in Sachen Geburtenzahl gerade in einem regelrechten Absturz befindet. Dafür steigt die Zahl der Hunde und Katzen unaufhörlich. Ungemütliche Beobachtungen im «schönen Land» (Belpaese) von Mailand bis Apulien. 

![](https://nebi.chessservices.de/content/images/2026/07/huendlistattchindli_OettingerDavidoffHumidor1190526OettingerDavidoff.jpg)

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## Küssli auf die Hundeschnauze 

Ein schöner Sommerabend in Lecce, ganz im Süden des Landes, wo Italien in vielem noch geblieben ist, wie wir es von früher in Erinnerung haben: Die Bauern zünden noch immer abgeerntete Felder an, und in der Trattoria wird als Spezialität gerne gut gekochtes Pferdefleisch serviert. Was aber definitiv geändert hat: Die Zahl der Bambini hat drastisch abgenommen. Dafür werden, gerade von jungen Leuten, Hunde jedweder Rasse in grosser Zahl spazierengeführt, wenn der abendliche Corso beginnt, wo man zeigt, was man hat. Im Süden Italiens, wo streunende Hunde einst einen Fusstritt gewärtigten, wenn sie einem Menschen zu nahe kamen. Und wo die Buben mit Steinen auf die Köter zielten. 

Am Tisch neben uns nimmt ein Paar Platz, zwischen 30 und 40 Jahre alt, das seinen Hund in einem Kinderwagen mit sich führt. Kaum hat sich die Dame gesetzt, küsst sie ihren Partner auf den Mund – also den Hund, nicht den Mann. Und wendet kein Auge von ihrem Liebling – so penetrant, dass sich auch das Servicepersonal leicht ekelt. Unerzogen ist er natürlich auch, bellt jeden vorbeispazierenden Artgenossen an. Muss mit vielen, vielen Streicheleinheiten beruhigt werden, der neurotische Arme. Man wünscht den stolzen «Eltern» unwillkürlich so viel italienische AHV, wie das liebe Hundilein im Lauf seines Lebens an Beiträgen einbezahlt hat… 

## Bevölkerungszahlen schrumpfen 

Hündli statt Chindli! Die Geburtenzahl befindet sich in Italien im freien Fall; gerade noch 370'000 Kinder kamen 2025 zur Welt, derweil 650'000 Menschen starben. Die italienische Bevölkerung schrumpft und hat bereits um eine Million abgenommen – die nächste Million wird in Rekordzeit erreicht sein. Bereits hat das zuständige Ministerium den Bevölkerungs-Notfall ausgerufen. Und wird mit schnellen Massnahmen, wie sie Politiker so gerne fordern, kaum etwas erreichen. 

Denn die Gründe dafür, dass die Zuwendung von immer mehr Menschen auf das Haustier umgeleitet wird, liegen tiefer – und das gilt nicht nur für Italien, sondern für ganz Europa, wo kein einziges Land mehr die von den Bevölkerungsstatistikern geforderte «Netto-Reproduktionsziffer» von 2,1 Kindern pro Frau erreicht. Sie beginnen womöglich dort, wo der Nachwuchs mit dem ersten Kind nicht aufhört, sondern beginnt. Dort, wo das Kind zum detailliert und penibel geplanten Projekt wird, natürlich in der Form eines Unikats. Das inzwischen erst im Durchschnittsalter der Frau von etwa 32 Jahren realisiert wird. 

## Das Kind als «Projekt» 

Projekt, nicht Familie. Denn «Familie» kann die aus drei, oft bald auch nur noch aus zwei Menschen (Mutter und Kind) bestehende Gemeinschaft nicht mehr genannt werden. Nicht im Blick auf die Lebensumstände, die oft immer noch mehr einem Single- als einem traditionellen Familienhaushalt ähneln. Und sollte doch einmal der Wunsch nach Vergrösserung auftauchen, gibt es ja immer eine Lösung: Man schafft sich eben einen Hund oder doch wenigstens ein Kätzchen an! 

## Hundesteuer für die AHV! 

Im Ernst: Wer soll in Zukunft noch die Beiträge für die Altersversicherung bezahlen, wenn die Zahl der Bezüger unaufhörlich steigt und jene der Beitragszahler ebenso drastisch abnimmt? Warum eigentlich nicht die Hunde‑, beziehungsweise die Haustiersteuer – natürlich massiv erhöht – für die darbende AHV einsetzen?