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# Das Sterberisiko wegen Hitze ist in Europa deutlich gesunken
- URL: https://nebi.chessservices.de/das-sterberisiko-wegen-hitze-ist-in-europa-deutlich-gesunken/
- Published: 2026-06-24T00:00:00.000Z
- Updated: 2026-07-16T15:12:34.000Z
- Description: Trotz zunehmender Hitzewellen in Europa ist die hitzebedingte Sterblichkeit deutlich gesunken, da sich die Bevölkerung durch bessere Infrastruktur, Hitzewarnsysteme, Klimaanlagen und Verhaltensanpassungen erfolgreich an höhere Temperaturen anpasst. Studien aus Spanien, Polen und anderen Lä ...
- Author: Alex Reichmuth
- Tags: Alex Reichmuth, Hitze, Klima und Energie, Klimaschutz, Klimapolitik, Klimawandel, Todesfälle, Temperatur, Wissenschaft, #Import 2026-08-20 15:45

**Die Fakten:** Derzeit erleben wir eine aussergewöhnliche Hitzewelle im Juni. Medienberichte suggerieren, die Menschen in Europa würden wegen des Klimawandels immer stärker unter hohen Temperaturen leiden. Doch das Risiko, wegen Hitze zu sterben, ist gemäss neuen Studien klar gesunken.

**Warum das wichtig ist:** Wegen der Erderwärmung gibt es ohne Zweifel mehr heisse Tage als früher. Doch die Menschen passen sich immer besser an die Hitze an. Sie sind dazu in der Lage, weil sie über einen grösserem Wohlstand verfügen.

**Zitate:** Medienberichte erwecken den Eindruck, dass hohe Temperaturen den Menschen immer mehr zusetzen. Einige Beispiele:

- «16’500 Hitzetote in Europas Städten durch Klimakrise» («Watson», September 2025, siehe [hier](https://www.watson.ch/wissen/klima/470760811-16-500-hitzetote-in-europas-staedten-durch-klimakrise?ref=nebi.chessservices.de))
- «Weltweit nimmt die Belastung durch Hitze immer mehr zu.» (NZZ, Juni 2026, siehe [hier](https://www.nzz.ch/wissenschaft/der-laengste-sommer-der-1970er-war-der-kuerzeste-sommer-der-vergangenen-zehn-jahre-ld.10012374?ref=nebi.chessservices.de))
- «Extreme Hitzewelle von heute ist das Normal von morgen.» («Tages-Anzeiger», Juni 2026, siehe [hier](https://www.tagesanzeiger.ch/hitzewelle-wetter-so-extrem-wird-schweizer-klima-bis-2050-519889229745?ref=nebi.chessservices.de))

![](https://nebi.chessservices.de/content/images/2026/06/dassterberisikowegenhitzeistineuropadeutlichgesunken_OettingerDavidoffHumidor1190526OettingerDavidoff.jpg)

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**Die Studie spanischer Wissenschaftler** (siehe [hier](https://www.nature.com/articles/s41591-024-03186-1?utm%5Fsource=chatgpt.com)):

- Im August 2024 veröffentlichten spanische Forscher die Studie «Hitzebedingte Sterblichkeit in Europa im Jahr 2023 und die Rolle der Anpassung beim Schutz der Gesundheit» im Fachblatt «Nature Medicine».
- Sie schätzten dabei, dass es im Jahr 2023 in Europa 47’690 hitzebedingte Todesfälle gegeben hat.
- Die Forscher kamen aber zum Schluss, dass die hitzebedingte Sterblichkeit in Europa ohne die Anpassungsmassnahmen, die seit Beginn der 21\. Jahrhunderts getroffen worden waren, um 80 Prozent höher ausgefallen wäre.
- Dieser Effekt sei besonders bei älteren Menschen ausgeprägt. Bei den Personen ab 80 Jahren wären ohne Anpassungsmassnahmen in diesem Jahrhundert im Jahr 2023 sogar 101 Prozent mehr Todesfälle wegen Hitze verzeichnet worden. Es starben also nur rund halb so viele Menschen über 80 an Hitze, als es ohne Anpassung der Fall gewesen wäre.
- Die Studienautoren nennen eine Reihe von Anpassungsmassnahmen, die den Unterschied gemacht hätten: Hitzewarnsystem und Hitzeaktionspläne, verbesserte medizinische Versorgung, individuelle Verhaltensanpassungen wie Schatten aufsuchen und mehr trinken, hitzeangepasste Bauweise, Einsatz von Klimaanlagen.

**Fazit:** Wegen Anpassung sterben in Europa heute bei gleich hohen Temperaturen viel weniger Menschen, als es noch im Jahr 2000 der Fall war. Das Sterberisiko ist erheblich gesunken.

**Die Studie polnischer Wissenschaftler** (siehe [hier](https://link.springer.com/article/10.1007/s00484-025-02872-0?utm%5Fsource=chatgpt.com)):

- Im Februar 2025 veröffentlichten polnische Forscher die Studie «Den Klimawandel überholen: Anpassung an Hitzewellen in Europa» im Fachmagazin «International Journal of Biometeorology».
- Sie hielten dabei in der Einleitung fest, dass laut langfristigen Studien die Zahl der Todesfälle durch Hitzewellen zurückgegangen sei.
- Die Forscher analysierten die Sterblichkeitsdaten der EU-Statistik «Eurostat» für die Jahre 2000 bis 2022.
- Sie kamen dabei erstens zu diesem Schluss: «Während des untersuchten Zeitraum überholte Europa die Geschwindigkeit des Klimawandels bei der Anpassung: Die Fähigkeit, höhere Temperaturen zu tolerieren, nahm so zu, dass Europa alle 17,9 Jahre (...) einen zusätzlichen Temperaturanstieg von einem Grad Celsius ausgleichen konnte.»
- Zweitens kamen die Wissenschaftler zu diesem Schluss: «Ein steigender wirtschaftlicher Wohlstand – vermutlich getragen durch Verbesserungen der Infrastruktur und insbesondere durch die höhere Erschwinglichkeit von Klimaanlagen – ermöglichte eine höhere Hitzetoleranz. Konkret entsprach eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf um 19’700 Euro (...) einer zusätzlichen Toleranz gegenüber einem Temperaturanstieg von einem Grad Celsius.»

**Fazit:** Die Menschen in Europa passen sich schneller an den Klimawandel an, als dieser voranschreitet. Vor allem steigender Wohlstand lässt die Zahl der Hitzetoten sinken.

**Weitere Studienresultate** (siehe [hier](https://www.nebelspalter.ch/themen/2023/08/das-sterberisiko-wegen-hitze-nimmt-ab?ref=nebi.chessservices.de)):

- **Schweiz:** Das Forschungsinstitut Swiss TPH ist 2023 zum Schluss gekommen, dass das Sterberisiko in der Schweiz im Zeitraum von 2013 bis 2022 an Hitzetagen gegenüber optimal warmen Tagen um neun Prozent erhöht gewesen sei. Im Zeitraum von 1994 bis 2003 habe die Risikoerhöhung aber noch 21 Prozent betragen. «Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass sich die Gesellschaft an die zunehmende Hitzebelastung teilweise angepasst hat», schrieben die Autoren der entsprechenden Studie.
- **Deutschland:** 2020 kam eine Analyse im Deutschen Ärzteblatt zum Schluss, dass die Korrelation zwischen hohen Temperaturen und der Mortalitätsrate zwischen 1992 und 2017 zurückgegangen ist. Die Abnahme deutet laut der Analyse auf «Anpassungsprozesse» hin.
- **Spanien:** Das Barcelona Institute for Global Health stellte 2018 fest, dass die Zahl hitzebedingter Todesfälle in Spanien abgenommen hat. Obwohl die Temperaturen in der Periode von 1980 bis 2015 pro Jahrzehnt um 0,3 Grad gestiegen waren, nahm die Sterblichkeit infolge Wärme um 0,5 Prozent pro Jahrzehnt ab.
- **Weltweit:** Eine Auswertung zu 305 Orten in zehn Ländern, die 2018 im Fachblatt «Environmental International» erschienen ist, zeigte, dass die Sterblichkeit wegen Hitze zwischen 1985 und 2012 anteilsmässig rasant zurückgegangen war. Während der ersten Fünfjahres-Periode machte die Hitzesterblichkeit zwischen 0,45 und 1,66 aller Todesfälle aus. Während der letzten Fünfjahres-Periode belief sie sich nur noch auf 0,15 bis 0,93 Prozent.

**Meine Einschätzung:** Das mediale Geplärre wegen Hitzewellen, die sich angeblich immer schlimmer auswirken, hat keine Basis. Es ist zwar offen, ob die absolute Zahl der Hitzetoten in Europa steigt oder sinkt. Bei solchen Betrachtungen wird im Übrigen meistens ausser Acht gelassen, dass die Bevölkerung älter wird und rein deshalb stärker durch hohe Temperaturen gefährdet ist (siehe [hier](https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/06/die-who-moechte-den-klimawandel-zum-notstand-ausrufen-dabei-stuetzt-sie-sich-auf-falsche-zahlen-und-verschweigt-die-richtigen?ref=nebi.chessservices.de)).

Das individuelle Risiko, wegen Hitze ums Leben zu kommen, hat aber offenbar abgenommen – trotz Klimawandel. Besonders gute Anpassung an Höchsttemperaturen ist möglich, wenn die notwendigen finanziellen Mittel vorhanden sind. Wer also die Bevölkerung effizient vor dem Hitzetod bewahren will, muss für wirtschaftliche Prosperität sorgen.