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# Bundesbern streitet über Klimaanlagen
- URL: https://nebi.chessservices.de/bundesbern-streitet-uber-klimaanlagen/
- Published: 2026-07-10T00:00:00.000Z
- Updated: 2026-07-16T15:12:21.000Z
- Author: Kaspar Schwarzenbach
- Tags: Kaspar Schwarzenbach, Klima, Klimapolitik, Klimawandel, Klimaanlage, Nationalrat, #Import 2026-08-20 15:45

**Die Fakten:** Obwohl Experten vor einer Zunahme der Hitzetage und Hitzewellen warnen, sind Klimaanlagen hierzulande wenig verbreitet. In Bundesbern klaffen die Meinungen weit auseinander: Die SVP sträubt sich vor einem Eingriff in die Kompetenzen der Kantone. Die Mitte hält eine Senkung der Hürden für Altersheime, Schulen und Spitäler für prüfenswert und die SP fordert «ganzheitliche Lösungen» – die oft aber nicht kurzfristig umsetzbar sind.

**Warum das wichtig ist:** Gemäss [Bundesamt für Umwelt](https://www.indikatoren.admin.ch/public/v2/detail?ind=KL077&lng=en&ref=nebi.chessservices.de) (BAFU) ist Hitze die «tödlichste Naturgefahr der Schweiz» – ältere Menschen leiden besonders darunter. Zu ihrem Schutz werden künftig weitere Anpassungen nötig sein: Die [Zahlen aus den USA und aus Japan](https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/06/europa-hat-weitaus-am-meisten-hitzetote-wegen-fehlender-klimaanlagen?ref=nebi.chessservices.de) zeigen, dass Klimaanlagen helfen könnten, wo bauliche Massnahmen nicht ausreichen oder nicht schnell genug umsetzbar sind.

![](https://nebi.chessservices.de/content/images/2026/07/bundesbernstreitetueberklimaanlagen_OettingerDavidoffHumidor1190526OettingerDavidoff.jpg)

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**Brisant:** Gegenüber «20 Minuten» [erklärt eine Umweltepidemiologin](https://www.20min.ch/story/gesundheitsrisiko-schweiz-hat-weniger-hitzetote-als-ausland-aber-wie-lange-noch-103595950?ref=nebi.chessservices.de) der Universität Bern, dass die Zahl der Hitzetoten in der Schweiz derzeit einigermassen stabil bleibe, was auf die Wirksamkeit bisheriger Massnahmen schliessen lasse. Gleichzeitig zeigten die Zahlen aber, dass die hitzebedingte Sterberate an sehr heissen Tagen zunehme und, dass insbesondere ältere Menschen von den bisherigen Massnahmen weniger profitierten. Entsprechend erklärt die Expertin: «Angesichts der zunehmenden Intensität und Frequenz von Hitzewellen sind wir nicht sehr gut ausgerüstet.»

**Und dann noch dies:** In Europa und auch in der Schweiz sind [fehlende Klimaanlagen](https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/06/europa-hat-weitaus-am-meisten-hitzetote-wegen-fehlender-klimaanlagen?ref=nebi.chessservices.de) das Problem. Und bereits heute sind die hitzebedingten Sterberaten im warmen Kanton Tessin ([13 Todesfälle pro 100’000 Einwohner](https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/das-nccs/themenschwerpunkte/klimawandel-und-gesundheit/hitzebedingte-sterblichkeit.html?ref=nebi.chessservices.de)) mit denjenigen in Europa vergleichbar.

**Das Problem:** Grundsätzlich ist die Baugesetzgebung – inklusive der Bewilligungen für Klimaanlagen – Sache der Kantone und Gemeinden. Das Resultat sind [stellenweise hohe Hürden](https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/06/europa-hat-weitaus-am-meisten-hitzetote-wegen-fehlender-klimaanlagen?ref=nebi.chessservices.de), primär in den von SP und Grünen dominierten grösseren Städten – in denen es wegen Gebäuden und Strassen besonders heiss wird.

**Die Folgen:** Obwohl Klimaanlagen von SP bis SVP als Teil der Lösung verstanden werden, sehen bürgerliche Energiepolitiker die Kantone in der Pflicht. Der Bund könne allenfalls über die Energiegesetzgebung fördernd eingreifen. Auf der anderen Seite betont SP-Nationalrätin Gabriela Suter, dass Klimaanlagen keinesfalls zur «Standardantwort» auf den Klimawandel werden dürften. Gleichlautende Anfragen an grüne Energiepolitikerinnen blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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**SP-Nationalrätin Gabriela Suter:** «Energieeffiziente Kühlsysteme können gerade für vulnerable Menschen ein wichtiger Teil des Hitzeschutzes sein. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, die Klimaanlage zur Standardantwort auf die Klimaerwärmung zu machen: Es braucht ganzheitliche Lösungen, die Kühlung, erneuerbare Energie, Beschattung und klimaangepasstes Bauen verbinden.»

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**Mitte-Nationalrat Nicolò Paganini:** «Gefragt sind primär die Kantone. Auf nationaler Ebene könnte man allenfalls prüfen, ob ein Link zwischen ‹erwünschtem Verhalten› wie dem Zubau von Solaranlagen oder der besseren Gebäudedämmung und einem Anrecht auf Bewilligung einer Klimaanlage hergestellt werden könnte. Institutionen wie Altersheimen, Spitälern und Schulen, aber auch Privaten, sollte man von staatlicher Seite die Installation vereinfachen. Das ist neben weiteren Massnahmen eine sinnvolle Anpassung an das sich verändernde Klima in Mitteleuropa.»

![](https://nebi.xbopp.com/content/images/2026/07/678979550highres.jpg) 

**SVP-Nationalrat Christian Imark:** «Gebäude mit Klimaanlagen auszurüsten, ergibt grundsätzlich Sinn – gerade weil im Sommer jeweils grosse Stromüberschüsse vorhanden sind, die für die Speisung der Geräte genutzt werden können. Doch die Verantwortung dafür liegt bei den privaten respektive den öffentlichen Eigentümern. Auf Bundesebene sehe ich keine Massnahmen.»

**Meine Einschätzung:** Begrünung, Beschattung und bauliche Massnahmen sind sinnvoll. Wo sie allerdings nicht ausreichen, oder nicht schnell genug umgesetzt werden können, braucht es Klimaanlagen. Hier sollten Bund, Kantone und Gemeinden nicht mit kostspieligen und zeitaufwendigen Vorgaben im Weg stehen.