Die Fakten: Die Vereinigten Staaten von Amerika sind 250 Jahre alt.
Warum das wichtig ist: Kein Land hat mehr zur Freiheit, zum Wohlstand und zum Fortschritt der Menschheit beigetragen.
Vor 250 Jahren, am 2. Juli 1776, erklärten die 13 amerikanischen Kolonien ihre Unabhängigkeit von Grossbritannien; zwei Tage später, am 4. Juli, beschloss man ein Dokument, das diesen Schritt begründete, – der Text, einer der bedeutendsten und folgenreichsten der Menschheit, ging als «Declaration of Independence» in die Geschichte ein.
Wie könnte es anders sein? Wem kommen nicht die Tränen, wenn er die berühmte Präambel liest:
- «Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich: dass alle Menschen gleich erschaffen, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräusserlichen Rechten ausgestattet sind, dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören.»
Dass der Autor – im Wesentlichen Thomas Jefferson – ursprünglich auch die Sklaverei verurteilen wollte (obwohl er selbst Sklaven besass), dann sich aber gezwungen sah, darauf zu verzichten, da sonst die Südstaaten, die Sklaven hielten, nicht mitgemacht hätten: Es gehörte zu den Geburtsfehlern dieser Revolution, den die Amerikaner allerdings mittels eines blutigen Bürgerkriegs einige Jahrzehnte später, 1861-1865, selbst beseitigen sollten.
- 700'000 bis 750'000 junge Soldaten starben dafür, dass auch die Schwarzen zu amerikanischen Bürgern wurden.
Wenn ich «bedeutend» und «folgenreich» sage und mir dazu nur Superlativen einfallen, dann hat das etwas Unvermeidliches, zumal keine Revolution der Menschheit so viel an Fortschritt, Demokratie und Wohlstand gebracht hat wie die Amerikanische.
Weder von der Französischen noch von der Russischen, geschweige denn einer anderen, kann solches behauptet werden. Im Gegenteil.
- Die erstere in Paris war ein Massaker, das zu einem endlosen Weltkrieg führte,
- die zweitere in St. Petersburg (damals Petrograd genannt) war ebenfalls ein Massaker und ruinierte ein Land vielleicht auf immer.
Für die eine steht die Guillotine, für die andere der Gulag.
Wie anders, was in Amerika geschah: In einer Zeit, da die meisten meinten, nur Könige könnten anständig regieren und jedermann sollte in jener sozialen Klasse bleiben, wohin ihn der Zufall der Geburt gestellt hatte, wagten die Amerikaner das Experiment eines Staates, wo die Menschen sich selbst regierten und dem Tüchtigen, aber auch dem weniger Tüchtigen, alle Wege offenstanden, sein eigenes Glück zu suchen.
- Niemand durfte ihn daran hindern, kein Herrscher ihn einsperren oder zum Schweigen bringen.

Bei allen Irrtümern und Desastern, die diesem Menschenversuch der Selbstregierung im Lauf der Zeit auch widerfuhren – ohne die mutigen oder je nach Standpunkt: verrückten Amerikaner wäre wohl nie der Beweis erbracht worden, dass das überhaupt etwas taugt, ja, dass es sich dabei um die beste Methode handelt, wenn es darum geht, so viele Menschen wie möglich reich, frei und glücklich zu machen.
- Amerika hat sich um die Menschheit grosse Verdienste erworben.
- Amerika, wir danken Dir.
Auch wir Schweizer, obschon selber seit Jahrhunderten ähnlich frei und reich, haben dazu Anlass: Nicht bloss, weil wir heute Hochdeutsch sprechen und uns mit ausgestrecktem Arm begrüssen würden, hätten die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg nicht in Europa interveniert und die Nazis besiegt.
Vielmehr diente Amerika geradeso als Vorbild für jene liberalen Schweizer, die sich 1830 und dann 1847/48 trauten, aus der zerstrittenen, blockierten Eidgenossenschaft einen funktionstüchtigen Bundesstaat zu formen – wofür sie ebenso einen Bürgerkrieg in Kauf nahmen, wenn auch einen weniger blutigen:
- 93 Gefallene, 510 Verwundete.
Wir haben diese Demokratie bis heute bewahrt – und auch uns hat sie den gleichen Wohlstand und die gleiche Freiheit eingebracht wie seinerzeit den Amerikanern.
Gewiss, in Europa wird zur Zeit viel genörgelt und geschimpftüber den ungelenken Cousin oder grossspurigen Sohn auf der anderen Seite des Atlantiks, dessen jüngste Inkarnation Trump so gut wie alle anti-amerikanischen Klischees bestätigt, doch neu ist das nicht.
- «Der Amerikaner», schrieb der österreichische Schriftsteller Nikolaus Lenau, «kennt nichts, er sucht nichts als Geld.»
Das war 1833. Amerika wurde trotzdem eine Weltmacht und Österreich ein Kleinstaat.
Oder um es mit Winston Churchill, dem britischen Staatsmann, der selber ein halber Amerikaner war, zu sagen:
«Auf die Amerikaner ist immer Verlass, dass sie das Richtige tun – nachdem sie alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben.»
Ich wünsche Ihnen einen optimistischen, also amerikanischen Wochenstart
Markus Somm
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